Der verschwundene Palast (Teil I)

Vielleicht erinnert sich der geneigte Leser, daß ich vor knapp einem Jahr einen Artikel schrieb über den zumindest im 19. Jahrhundert nicht eben bequemen Thron der Pariser Erzbischöfe. Zwischen 1848 und 1871 starben drei der vier während dieses Zeitraumes aktiven Oberhirten eines gewaltsamen Todes.

Und auch Monseigneur Hyacinthe-Louis de Quelen, Erzbischof von 1821 bis 1839, hatte es nicht immer leicht. Denn in seine Amtszeit fällt das Verschwinden des erzbischöflichen Palais zu Paris.

Bezüglich dieses Verschwindens herrschte bei mir jahrelang Verwirrung, denn ich las (allerdings immer nur in deutschen Quellen), daß der Bau mal im Jahre 1830 und mal im Jahre 1831 beschädigt wurde. Dann las ich, daß er sowohl 1830 als auch 1831 verwüstet wurde. Und dann dämmerte es langsam: Die Zerstörung war ein Werk in zwei (eigentlich sogar drei) Stufen.

Hyacinthe-Louis de Quelen, Erzbischof von Paris von 1821 bis 1839

Aber zurück zum Anfang: Hyacinthe-Louis de Quelen wurde 1778 in Paris geboren. Er verlor, so heißt es, elf Familienmitglieder an die Guillotine, was nicht nur zeigt, daß die Quelen von altem Adel waren, sondern auch die Vorsicht des späteren Erzbischofs gegenüber revolutionären Regungen und seine Anhänglichkeit an das Haus der Bourbonen erklärt.

Die bisher konsultierten Quellen zeichnen Quelen als einen Erzbischof, der bei allem Standesbewußtsein sich als wirklicher Hirte seiner Gläubigen und seines Klerus erwies. Mit Karl X. auf mehr als gutem Fuße stehend, war er während der Julirevolution des Jahres 1830 und dem damit einhergehenden Machtwechsel der Laune des Pariser Pöbels ausgesetzt. Zwar war Quelen als Erzbischof beliebt, aber erstens konnte man ihm im entscheidenden Moment sein Verhältnis zum König zur Last legen (obwohl der Erzbischof sich gegen die Juliordonnanzen ausgesprochen hatte) und zweitens hatte jahrelanges Dauerfeuer aus spitzen Federn diverser kirchenfeindlicher Karikaturisten und Journalisten seine Wirkung nicht verfehlt: Besonders der irgendwie immer randaleaffine und plünderungswütige Pariser Pöbel war in die gewünschte Stimmung versetzt worden und konnte durch die üblichen Slogans aktiviert werden.

Und so kam es zum „Karneval von 1830“. Am 28. Juli erschien eine Meute vor dem erzbischöflichen Palais und forderte, daß man dort eine Trikolore hisse. Quelen selbst war nicht anwesend. Nach einigen Minuten der Diskussion verzog sich die Menge und kündigte an, am nächsten Tag wiederzukommen. Um 9:00 Uhr in der Früh erschienen am 29. Juli ca. 80 Männer und forderten Einlaß in den Palast, um nach dort „verstecken Gewehren und Jesuiten“ zu suchen (eine Anschuldigung, die sich selbstverständlich als vollkommen haltlos erwies). Man konnte den Concierge zwingen, das erste Tor zu öffnen, und sofort strömte eine bereits auf ca 1.000 Männer und Frauen angewachsene, teilweise mit Pistolen, Säbeln, Äxten und diversen anderen Zerstörungswerkzeugen bewaffnete Menge in den Hof. Einige Unruhestifter gelangten vom Garten durch Fenster in das Gebäude, warfen sich Chormäntel über, setzten sich Birette auf und feuerten mit ihren Pistolen aus den Fenstern, um den Eindruck zu erwecken, die Domherren wollten sich mit Waffengewalt zur Wehr setzen. Siebzig- und achtzigjährige Kanoniker haben bekanntermaßen die Angewohnheit, sich zuerst in volle Chortracht zu werfen, bevor sie aus ihren Kurien in den erzbischöflichen Palast kommen, um dort aufs Volk zu feuern.

Beim Pöbel, der sich den Luxus dieser Überlegungen nicht gönnte, sondern wohl eher daran dachte, was im Inneren des Gebäudes zu holen war, verfehlten die Schüsse ihre Wirkung nicht. Als die Groteske später doch zum Thema wurde, tauchte die halbärschige Entschuldigung auf, es seien nicht die Domherren gewesen, die gefeuert hatten, sondern die Seminaristen und die Diener. Tatsächlich befanden sich zu diesem Zeitpunkt nur zwei Hausmeister im Gebäude.

Der Mob stürmte ins Erdgeschoß und nahm sich zuerst die dort liegenden Büroräume vor. Papiere, Bücher, Urkunden, Tische, Schränke, Truhen werden zerfleddert, zertrümmert, geplündert und aus dem Fenster geworfen. Die Gelder für die pensionierten und kranken Priester werden gestohlen, Reliquiare werden geschändet und zerstört. Dann schiebt die Menge sich durch den zweiten Hof in den eigentlichen Palast. Ein Teil begibt sich in den Keller, wo man sich am Wein berauscht. Der Rest stürmt in das erste Stockwerk, wo sich die Wohnräume de Erzbischofs und die repräsentativen Zimmer befinden.

Das erzbischöfliche Palais war von außen kein atemberaubend prunkvoller Bau. Aber es war zur Zeit Napoleons im Inneren aufwendig renoviert worden, da Bonaparte es als Residenz zuerst für Kardinal Fesch und später für Papst Pius VII (den er nach Paris holen wollte) auserkoren hatte. Entsprechend prachtvoll waren die Zimmer ausgestattet. Nun fiel alles einem Pöbel zum Opfer, der – da sind sich irgendwie alle Berichte einig – in einer Mischung aus tollwütig-fiebriger Partystimmung und blinder Raserei durch die Räume tobte. Das kostbare Mobiliar wurde zerbrochen, die Spiegel zerschlagen, das Porzellan zertrümmert, seidene Tapeten und Vorhänge zerfetzt, die gesamte Bibliothek zerfleddert, Gemälde zerschnitten, Kronleuchter aus dem Fenster geworfen, die vergoldeten Boiserien zerhackt, marmorne Kamine zermalmt, kurz: Die prachtvollen Gemächer glichen bald einer Mondlandschaft.

Die Einrichtung – zerstört oder noch halbwegs intakt – flog aus den Fenstern aufs Seine-Ufer und von dort teilweise weiter in den Fluß. Was nicht zerstört werden konnte und von Wert war, wurde geraubt: Gold, Silber, Schmuck und andere Pretiosen verschwinden in den Taschen der Plünderer. Und auch vor religiösen Objekten macht die Raserei keinen halt. Eine Christus-Statue aus Elfenbein, die Ludwig XIV der Madame de Vallière geschenkt hatte und die über das Kloster der Karmeliten ihren Weg in das erzbischöfliche Palais gefunden hatte, wird in zwei Teile zerschlagen. Eine silberne Marienstatue, ein Geschenk Karls X an Notre Dame, wird in ihre Einzelteile zerlegt. Geraubt wird auch alles, was sich an Bargeld finden läßt, eine Summe, die auf immerhin 300.00 Francs geschätzt wird. Sowohl der diözesane Fonds, als auch Stiftungsgelder und das private Vermögen des Erzbischofs verschwinden an diesem Tag. Die Ausnahme ist ein Beutel mit 2.400 Francs aus dem Fonds für erkrankte Priester, den jemand beim Hôtel-Dieu abgibt.

Der 29. Juli 1830 in Paris

Nach der totalen Verwüstung des ersten Stockwerks begibt sich die Meute in die zweite Etage und wiederholt dort das Zerstörungswerk. Den Sekretären, Dienern und diversen Angestellten, die hier ihre Zimmer haben, bleiben ebenfalls nur Trümmer, Fetzen und Splitter.

Und als es im Palast absolut nichts mehr zu zerstören gibt, richtet sich die Aufmerksamkeit bzw die Beutelust plötzlich auf die Kathedrale. Zwar gelingt es, die Sakristei zu schließen, nachdem dort „nur“ von zwei früh angekommenen Plünderern eine Monstranz zerlegt und ihrer Edelsteine beraubt wurde. Aber die Meute stürmt den Kapitelsaal und die Kleiderkammer. Die Portraitgemälde der Erzbischöfe werden zerschnitten, Kreuze, Lampen, Gefäße werden zerstört oder geraubt, die Paramente werden entweder zerfetzt oder entwendet, die Chortrachten ebenso. Der Rest der Kathedrale wird nur gerettet, weil die aus dem erzbischöflichen Palst geworfenen Marmorplatten die Fenster erzittern lassen und einen solchen Lärm verursachen, daß dem Pöbel mulmig wird und er die Kirche verläßt. Am Nachmittag sieht man am Ufer der Seine, außerhalb des verwüsteten Palastes inmitten der sich dort häufenden Trümmer betrunkene Strolche, die mit Mitren, Vespermänteln, Kaseln und Seidenschleppen umherstolzieren und so dem Tag einen Namen geben: Der Karneval von 1830.

Helau!

Während des gesamten Vormittags gab es seitens der Regierung nicht einen einzigen Versuch, das erzbischöfliche Palais vor der totalen Verwüstung zu retten oder die Kathedrale zu schützen.

Erzbischof Quelen, der zum Zeitpunkt des Überfalls auf seinen Palais glücklicherweise nicht zu Hause war (während des ersten Sturmes hörte man unter anderen Rufen auch den Appell „Tod dem Erzbischof!“), rächte sich kurze Zeit später, indem er den Vinzentinerinnen des Notre-Dame-Distrikts (welcher als Heimat eines großen Teils der Plünderer galt) eine großzügige Summe zur Verteilung an die Armen schickte und anmerkte, daß, sollten unter den Empfängern Individuen sein, die sich am Zerstörungswerk in seinem Palais beteiligt hatten, auch diese nicht zu kurz kommen sollten.

Wie es mit dem Erzbischof und dem Palais weitergeht, erfährt der geneigte Leser im zweiten Teil dieses Beitrages.

Krönungskarossenkrümel

Dieses Blog heißt „Die Truhe“, weil der geneigte Leser nach mehr oder weniger langem Herumkramen im Internet hier hin und wieder etwas finden kann, das ihn möglicherweise interessiert.

Es heißt aber auch „Die Truhe“, weil ich es – zumindest in letzter Zeit – nur selten einmal öffne, um etwas hineinzulegen.

Nun habe ich aus dem Schlamm der Webseiten eine Goldklumpen-Information gerettet, die mich wirklich angesprochen und bewegt hat.

Es geht um den Krönungswagen Ludwigs des Sechzehnten von Frankreich.

Zur Einstimmung erst einmal dieser Text (Übersetzung meine, da ich nirgendwo eine offizielle fand):

Am 21. April des Jahres 1794 erklärte der Abgeordnete des Departments Lot, Monmayau in der Nationalversammlung: „Es ist Zeit, die schmutzigen Reste der Tyrannei wegzufegen und alle seine Zeichen und Attribute zu entfernen; nicht der kleinste Rest darf erhalten bleiben. Bürger, Ihr kennt die Vorsichtsmaßnahmen, die angesichts an Rotz erkranter Pferde vorgenommen werden: Man erschlägt sie geschwind, übergibt ihr Geschirr und ihr Zaumzeug dem Feuer und reinigt den Stall, wo sie sich aufhielten, mit Feuer. Ich komme hierher im Auftrag des ‚Comité d’Aliénation et des Domaines‘ um vorzuschlagen, daß ihr auch das Haus reinigt, welches man den ‚Kleinen Marstall‘ des ehemaligen Tyrannen nennt. Es befinden sich dort mehrere durch die Zivilliste finanzierte Kutschen, unter anderem auch jene, die man ‚Krönungskutsche‘ nennt. Dieses Gefährt – eine monströse Anhäufung des Goldes des Volkes und ein Übermaß an Lobhudelei – ist unverkäuflich wegen seiner kolossalen Größe und wegen der ungeheuerlichen Vereinigung aller Attribute des Feudalismus und der Niedertracht, welche alle freien Menschen auszulöschen sich beeilen müssen. Es zum Verkaufe auszustellen würde bedeuten, durch diesen Anblick die Majestät des Vokes zu beleidigen, indem man es an den gottlosen Triumph der Unterdrücker erinnert, welche durch seine rachedurstige Gerechtigkeit getroffen wurden…“

Im Anschluß an diese Rede beschloß die Nationalversammlung die Zerstörung des Gefährts: „Die sogenannte Krönungskutsche wird zerlegt: Das aus ihr gewonnene Gold und Silber wird der Staatskasse übergeben. Alles Messing, das den Aufdruck des Königtums zeigt, wird demontiert, um zu Kanonen gegeossen zu werden. Ornamente, Leder, Baldachin, Federn etc werden verkauft. Das Komitee zur Erziehung der Öffentlichkeit wird die Malereien auf den Tafeln des Wagens untersuchen und entscheiden, ob sie es wert sind, als Kunstwerke erhalten zu werden; sollten sie es nicht sein, werden sie verbrannt. Diese Maßnahmen erstrecken sich auch auf ähnliche Kutschen des Großvaters, der Schwestern und der Tochter des letzten Tyrannen.“

Die von den Revolutionären als Symbol der Tyrannei gehaßte Kutsche, von der hier die Rede ist, war die letzte, große, zeremonielle Kutsche, die in Frankreich während des Ancien Régime angefertigt wurde. Der federlose Wagen soll im Jahre 1775 schon altmodisch gewirkt haben, da die Grandes Carrosses zu dieser Zeit offenbar bereits von den Berlinen verdrängt wurden. Der Krönungswagen übernahm jedoch eine große Neuerung im Kutschbau, nämlich Paneele, die so angebracht waren, daß sie die gesamte Außenseite abdeckten. So war es möglich, eine gemalte Szene ohne vertikale Unterbrechung über die Länge des Kastens zu strecken. Eine Vielzahl von Handwerkern und Künstlern schuf diese Karosse, von der der Herzog von Croÿ sagte, sie sei „superb, einzigartig und immens, mit einer blendenden Wirkung“.

Im Jahre 1794 wurde der Krönungswagen nun systematisch zerstört. Jacques-Louis David wurde beauftragt, die Malereien der Kutsche zu inspizieren und zu bewerten. Er kam zu dem Schluß, daß sie es nicht wert seien, gerettet zu werden. Angeblich soll er während seiner Untersuchung mit einer Messerspitze all jene Elemente verunstaltet haben, die er als geschmacklos empfand. Gold und verwertbares Material wurden dann von der Kutsche entfernt. Was übrig blieb, wurde den Flammen übergeben. Die letzte Krönungskarosse des Ancien Régime war restlos verschwunden.

Glaubte man…

Im Jahre 1990 übergab das Jurassische Museum für Kunst und Geschichte in Delémont/Schweiz dem Historiker und Karosseriespezialisten Rodolf Wackernagel zum Zweck der Restaurierung ein Kutschen-Paneel. Das Museum hatte dieses Stück 1946 von der Familie Béchaux in Porrentruy erworben. Ein Mitglied dieser Familie hielt sich während der Revolutionsjahre in Paris auf. Das Paneel wurde im Museum gelistet als Türe der Kutsche des Basler Fürstbischofs Simon Nicolas de Montjoie mit einer allegorischen Malerei, die François Boucher oder seiner Werkstatt zugeschrieben wurde.

Aufgrund seines immensen Wissens über die französischen Krönungswagen konnte Wackernagel anhand einer vorliegenden Gravur von Louis Prieur aus dem Jahre 1783 das Paneel zweifelsfrei als das der linken Türe der Karosse Ludwigs des Sechszehnten identifizieren. Zwischen 1992 und 1994 wurde das Paneel restauriert.

Die Gravur von Louis Prieur

2012 integrierte das Musée des Beaux-Arts in Arras im Rahmen einer Ausstellung das Paneel in eine Vergrößerung der Gravur, was den Besuchern ermöglichte, die gewaltige Größe der Kutsche zu erleben. Der Kopf eines durchschnittlich großen Erwachsenen endet irgendwo zwischen der Oberkante des eingefügten Paneels und der Unterkante der Fensterscheiben.

„Wie ist die Luft da oben?“

Es wird wohl immer so sein: Revolutionäre können nicht warten. Mehr noch: Der Furor und der Vernichtungswille wollen sogar Einfluß auf die Erinnerung nehmen. Und so müssen nicht nur Menschen beseitigt werden. Es muß auch alles sinnlich Erfahrbare ausgelöscht werden, damit wenige Generationen später die der Realität entsprechenden Erzählungen ausgedünnt sind und das kontrollierte Narrativ gemästet werden kann.

Ich finde schlechte Verlierer schon kacke. Aber schlechte Gewinner sind noch übler. Meinen Hut ziehe ich indes vor der Person, die damals das Paneel – aus welchem Grund auch immer – rettete und dabei Kopf und Kragen riskierte.

Daß ich diese Krönungskarosse lieber in einem Museum sähe als sie in Trümmern und Asche zu wissen, dürfte den Alipius-Kennern schon alleine wegen der sich auf dem Dach des Wagens tummelnden Putten einleuchten.

Schöner sparen (IV), …

… oder: Eine kurze Entstehungsgeschichte der Würzburger Residenz.

Nachdem Friedrich Karl von Schönborn im Jahre 1746 verstorben war, fiel die endgültige Fertigstellung der Residenz seinem Nachfolger, Anselm Franz von Ingelheim, in die Hände. Dieser hatte allerdings überhaupt kein Interesse an der Vollendung des Schlosses. Er entließ alle Hofkünstler und übertrug nur Balthasar Neumann den Bau des Käppele auf dem Nikolausberg. Würzburg hielt einmal kurz den Atem an: Nicht nur, weil es in der Residenz nicht voran ging, sondern auch, weil der gesundheitlich schwache Ingelheim sich mit diversen Scharlatanen an der Herstellung von Gold und lebensverlängernden Elixieren versuchte. Sein glücklicherweise in sicherer Entfernung von der Residenz untergebrachtes Labor flog dann auch prompt in die Luft und hätte aufgrund der leicht entflammbaren Materialien, die dort lagerten, fast einen Großbrand verursacht.

Der für Stadt und Residenz nicht ungefährliche Fürst verstarb bereits 1749. Die Würzburger schnauften durch und erkannten erleichtert, daß, wie bei der Bischofswahl im Jahre 1729, auf Stagnation nun wieder Aktivität folgte: Der neue Fürstbischof, Carl Philipp von Greiffenclau zu Vollrads, ruft Neumann und die Künstler der Schönborn-Regierung zurück, damit diese an Vestibül, Treppenhaus, Gartensaal und Kaisersaal weiterschaffen können. Und nicht nur dies: Greiffenclau stellt dem großen Baumeister einen großen Maler an die Seite: Aus Venedig wird Giovanni Battista Tiepolo gerufen bzw. mit einer riesenhaften Summe gelockt. Der bereits schwer umjubelte Freskenmeister reist mit seinen Söhnen Domenico und Lorenzo an und schafft in den Folgejahren zuerst im Kaisersaal (1751) und dann im Treppenhaus (während der Sommer 1752 und 1753) zwei seiner großartigsten Werke. Die Tiepolos reisen im November 1753 ab. Als Fürstbischof Greiffenclau ein Jahr später verstirbt, gilt die Residenz als so gut wie vollendet..

Der im Januar des Jahres 1755 einstimmig zum Fürstbischof gewählte Schönborn-Neffe Adam Friedrich von Seinsheim hatte einerseits das Glück, daß er sich im Grunde in das so gut wie gemachte Residenz-Nest setzen konnte, litt aber andererseits in seinen Bistümern (1757 kam noch Bamberg hinzu) erst einmal unter den Belastungen des Siebenjährigen Krieges, welcher ihm stellenweise so nahe kam, daß er 1758 sogar die Pferde anspannen ließ, um rechtzeitig aus der Stadt fliehen zu können. Jedoch: Fürst und Stadt und Residenz blieben verschont, und im Jahre 1763 konnte die Arbeit am Schloß wieder aufgenommen werden. Ebenso, wie die bereits verstorbenen, großen Meister der Residenz nun durch eine Generation neuer Künstler ersetzt wurden, so mußten auch die alten Pläne für die endgültige Fertigstellung weichen. Fürstbischof Seinsheim entschließt sich, mit der Mode zu gehen und läßt Vestibül und Treppenhaus entsprechend dem neuen „goût grecque“ in klassischer Einfachheit vollenden. Hatte Neumann noch – wie auf erhaltenen Entwürfen zu sehen – für das Treppenhaus ein blühendes Rokoko-Kleid im Stile des Weißen Saales vorgesehen, so wurde nun schlichter ausgestattet, wobei sogar bereits vorhandener Rokoko-Stuck zerstört wurde, um die Einheitlichkeit der Gestaltung zu wahren. Unter Seinsheim werden auch die beiden nördlichsten Paradezimmer umgebaut (eines davon zum wunderschönen, grünlackierten Kabinett) und die sogenannten Ingelheimzimmer klassizistisch umgestaltet.

VLNR:
Anselm Franz von Ingelheim, der Bischof, der nicht so recht wollte
Carl Philipp von Greiffenclau zu Vollrads, der den großen Tiepolo engagierte
Adam Friedrich von Seinsheim, unter dem vollendet und auch schon umgestaltet wurde

Man darf also durchaus behaupten, daß die Residenz während der Seinsheim-Jahre nicht nur vollendet wurde sondern an einigen Stellen sogar schon wieder ein wenig überreif erschien, wenn tatsächlich modische Fragen bereits zu Umgestaltungen führten. Als Seinsheim im Jahre 1779 als vielgeliebter „Vater des Vaterlandes“ stirbt, sind die Tage der Residenz als Zentrum glanzvoller Hofhaltung auch schon wieder gezählt. Seinsheims Nachfolger Erthal war ein wackerer Aufklärer, der mit Prunkentfaltung, Festivitäten und Jagden nichts am Hut hatte. Und mit der über den letzten Würzburger Fürstbischof Georg Karl von Fechenbach hereinbrechenden Säkularisation hatte sich die Sache dann eh erledigt.

1806 zieht Großherzog Ferdinand als Herrscher über das neu geschaffene, aber kurzlebige Großherzogtum Würzburg in die Residenz ein und läßt die seit der Schönbornzeit in feinstem Rokoko ausgestatteten Zimmer der Bischofswohung im Südtrakt im Stil des Empire zerstöpurifiz… umbauen.

Und schon sind wir am Ende meiner kleinen Entstehungsgeschichte der Würzburger Residenz. Natürlich fehlt noch ein wichtiges Kapitel, nämlich die Zerstörung 1945 und der lange und mühsame Wiederaufbau des grandiosen Baus. Ich will dazu nur anmerken, daß ich diesen gewaltigen „Block von unerbittlicher Symmetrie, in den edelsten Verhältnissen und von einem heiteren Umrisse“ (Max H. von Freeden) auch als aus der Asche emporgestiegenen Phönix immer herzlich gerne besuche, wenn ich auch hin und wieder das Gefühl habe, daß diese Mauern in bestimmten Momenten eher skeptisch auf die Besuchermassen schauen und sich nach ihren fürstlichen Bauherren und Bewohnern und deren eigentümlicher Mischung aus krachendem Hofleben und zeremonieller Käfighaltung zurücksehnen.

Schöner sparen (III), …

… oder: Eine kurze Entstehungsgeschichte der Würzburger Residenz.

Wir verließen im zweiten Teil die Stadt Würzburg und die in ihrer Mitte heranwachsende Residenz zu dem Zeitpunkt, als Fürstbischof Johann Philipp Franz von Schönborn im Alter von nur 51 Jahren soeben überraschend verstorben war.

Zum Nachfolger des am Ende seiner Amtszeit nicht mehr besonders beliebten Schönborn wurde Christoph Franz von Hutten gewählt, der Anführer der Schönborn-Opposition im Domkapitel. Der neue Bischof ließ nun die Arbeit an der Residenz erst einmal ruhen. Erstens wollte er ein wenig sparsamer regieren als sein Vorgänger, zweitens hatte er durchaus verstanden, daß es sich bei dem Bau im Grunde um ein Familienprojekt handelte. Ob er bereits ahnte, daß die Leitung des Fürstbistums bald wieder in den Händen der weitverzweigten Schönborn-Familie liegen würde? Balthasar Neumann wurde die Leitung des Baus entzogen, sicherlich, um ihn für andere Aufträge einzusetzen, denn der neue Bischof war dem Architekten keineswegs feindlich gesinnt, beförderte ihn sogar zum Major.

An der Residenz wurde lediglich der bereits begonnene Nordflügel überdacht, um den Bau bezugsfertig zu machen. Hutten bewohnte in dieser Zeit den benachbarten Rosenbachpalais und verstarb nach nur fünf Regierungsjahren am 25. März 1729, ziemlich genau zu der Zeit, als die Arbeiten am Nordflügel ihrem Ende entgegengingen.

Und so wurde das Jahr 1729 sowohl für die Familie Schönborn als auch für die Würzburger Residenz zu einem Jahr von großer Bedeutung. Denn bereits im Jänner war in Mainz Familienchef und Kurfürst Lothar Franz im Alter von 74 Jahren gestorben. Lothar Franzens Lieblingsneffe Friedrich Karl war in Bamberg schon seit 1710 Koadjutor mit dem Recht auf Nachfolge und erhielt nun – nachdem es 1719 und 1724 nicht funktioniert hatte – auch den Würzburger Bischofssitz dazu. So erwies sich die Prophezeiung des Onkels als wahr. Dieser hatte 1718 im Marmorsaal seines Schlosses zu Pommersfelden das Portrait Friedrich Karls begutachtet und dem Neffen darauf schriftlich mitgeteilt, daß es trefflich ähnlich sei „und siehet aus, als wenn er schon Bischof zu Bamberg und Würzburg wäre!“

Ebenfalls im Jahre 1729 bestieg ein vierter Neffe des Lothar Franz einen bischöflichen Thron: Franz Georg wurde Kurfürst und Erzbischof von Mainz. Wohl nie zuvor war der generalstabsmäßige Angriff einer Familie auf die geistlichen Fürstentümer des Heiligen Römischen Reiches von solchem Erfolg gekrönt worden.

Friedrich Karl hielt sich nach seiner Wahl nur kurz in seinen neuen Fürstentümern auf, da ihn seine Stellung als Reichsvizekanzler noch einmal für zwei Jahre nach Wien rief. 1731 kehrte er endgültig nach Franken zurück und bezog die Residenz. Diese war bei der Wahl des Bischofs erst zu einem Fünftel vollendet. Auf einer getuschten Federzeichnung kann man den Zustand der Residenz in diesem Jahr betrachten. Zu sehen ist der Einzug des Bischofs. Der bereits fertiggestellte Nordflügel ist mit einem gewaltigen Schaugerüst dekoriert. Der Südflügel befindet sich im Bau. Die Verbindung durch den Mittelbau ist noch nicht in Angriff genommen worden.

Die Würzburger Residenz im Jahre 1731

Friedrich Karl war selbst nicht ganz unschuldig daran, daß der Würzburger Bischofsbau ins Große getrieben wurde, hatte er doch zusammen mit dem sicherlich noch hartnäckigeren Oheim Lothar Franz diesen Gedanken heftig unterstützt. Nun, da er selbst Bischof und somit für die Vollendung des Baus verantwortlich war, gestand er, daß dieser doch nach einer „allzu großen Idee“ begonnen worden war. Als waschechter Schönborn nahm er aber die Herausforderung an.

Der Fürstbischof bezieht seinen Wiener Hausarchitekten Johann Lucas von Hildebrandt mit ein, ohne aber Neumann zu entmachten. Die Pläne für den weiteren Bau stammen aus dem Büro Hildebrandts, aber die Bauleitung bleibt bei Neumann. Dieser kann ab 1741 sein wahres Genie unter Beweis stellen. Ihm verdanken wir die Kaisertreppe und auch das stützenlose Treppenhaus mit seinem Gewölbe, das eine Spannweite von 19 Metern aufweist. Im Jahre 1744 ist der gesamte Bau überdacht und fertig eingewölbt.

Der Bischof und seine Baumeister (vlnr):
Balthasar Neumann, Friedrich Karl von Schönborn, Johann Lucas von Hildebrandt

Unter Friedrich Karl von Schönborn beginnt ab 1735 auch die Ausstattungsgeschichte der Residenz. Diese ist vor allem deswegen interessant, weil der Fürst sich künstlerisch überhaupt nicht an Paris orientiert (ein Vorwurf, den seinem Vorgänger Hutten gemacht wurde), sondern die Hofkunst Wiens zum Maßstab macht und daher auch einen großen Teil seines Wiener Künstlerstabes an den Würzburger Hof mitnimmt. Es arbeiten fortan unter anderem der bereits erwähnte Johann Lucas von Hildebrandt als leitender Planer, der schon betagte Hofmaler Johann Rudolf Byss, von dem Fresken und Entwürfe für Gobelins stammen, der Stuckateur Giuseppe Antonio Bossi, der nicht nur aber vor allem im Weißen Saal ein schon fast unanständig friemeliges Monument Würzburger Rokoko-Herrlichkeit entstehen ließ, sowie der Bildhauer Wolfgang van der Auwera, der für die Plastiken der Portalfront und der Innenräume verantwortlich ist.

Als Friedrich Karl von Schönborn am 26. Juli 1746 in Würzburg stirbt, ist die Residenz fast vollendet. Lediglich Vestibül, Treppenhaus und Kaisersaal warten noch auf den vollständigen Ausbau.

Warum mit der Wahl des neuen Bischofs dann doch noch einmal kurz Furcht vor Stillstand aufkam, das erfährt der geneigte Leser im nächsten Kapitel.

Schöner sparen (II), …

… oder: Eine kurze Entstehungsgeschichte der Würzburger Residenz.

Wie im ersten Teil erwähnt, war der neue Würzburger Fürstbischof, Johann Philipp Franz von Schönborn, durchaus an einer modernen und repräsentativen Stadtresidenz interessiert, jedoch fehlten bei seinem Amtsantritt erst einmal die nötigen Gelder. Im Übermaß vorhanden waren hingegen die Luftschlösser, die Onkel Lothar Franz in Mainz und Bruder Friedrich Karl in Wien umgehend mit ihren Kavalierarchitekten errichteten. Johann Philipp Franz übernahm zuerst einmal von seinem Vorgänger den Ingenieur-Hauptmann Balthasar Neumann, dem er die barocke Umgestaltung der gesamten Stadt Würzburg auftrug, während er seinen Verwandten die Planungsleitung der neuen Residenz überließ.

Die Idee einer Vergrößerung des von Petrini bis 1704 errichteten Schlößchens wurde verworfen, als an dem Bau statische Mängel und Schäden im Mauerwerk offenbar wurden. So mußte der alte Palast weichen, und die Idee für einen grandiosen Neubau wuchs heran.

Und plötzlich stellte sich auch der benötigte Geldregen ein: Fürstbischof Schönborn hat schon als Domherr den Verwaltungsapparat seines Vorgängers stets kritisch im Auge gehabt und konnte nun einigen Beamten, allen voran dem Hofkammerdirektor Jakob von Holach, Bestechung und Veruntreuung nachweisen. Ein Prozeß brachte laut verschiedenen Quellen zwischen 500.000 fl. und 640.000 fl. ein. Diese Summe entsprach, so sagt man, ungefähr den Jahreseinnahmen des Hochstifts Würzburg, war also kein Kleingeld.

Kaum klingelte es in der Kasse, meldete sich auch schon der Kurfürst aus Mainz mit der trockenen Aufforderung „Nur wacker Bauconcepten her!“ und dem scherzhaften Rat, dem untreuen Beamten vor dem neuen Schloß ein Denkmal errichten zu lassen.

Auf Lothar Franzens Privat- und Familienschloß Weißenstein zu Pommersfelden kam es bald darauf zu einer für die fränkische Kunstgeschichte schicksalhaften Begegnung: Der Familienchef nahm dort im Jahre 1719 zusammen mit Reichsvizekanzler und Lieblingsneffen Friedrich Karl aus der Hand Balthasar Neumanns die ersten Pläne für die neue Residenz entgegen. Das Urteil fällt positiv aus: Der Kurfürst lobt die Persönlichkeit und den Sachverstand des noch unbekannten Baumeisters und empfiehlt seinem Würzburger Neffen, ihn auch unbedingt für den Neubau des Schlosses einzusetzen.

Und so fand am 22. Mai 1720 beim Rennweger Tor zu Würzburg die feierliche Grundsteinlegung zur neuen Residenz statt. Johann Philipp Franz bezieht den Rosenbacher Hof am Rennweg, um den Bauplatz stets im Auge zu haben und den Arbeitern das Gefühl zu geben, vom Bauherrn beobachtet zu werden. Vielleicht kein feiner, aber ein wirksamer Trick, der zurückgeht auf die Erfahrung des Oheims, der während der Bauarbeiten am Schloß zu Pommersfelden bemerkt hatte, daß das „oculus domini“ die Künstler und Handwerker doch stets anzutreiben wußte.

Es kam nun zu unzähligen Bausitzungen und zu einer umfangreichen Korrespondenz zwischen Würzburg, Mainz und Bamberg/Pommersfelden. Lothar Franz sah sich als Chef der Familie natürlich berechtigt, immer ein Wörtchen mitzureden. Er schickte seinen Bamberger Oberbaudirektor Maximilian von Welsch und einige seiner Baudirigierungsgötter aus dem Kreis seiner bauverständigen Kavaliere, wie z.B. von Erthal und von Rothenhan, mit Ideen, Anregungen und Instruktionen nach Würzburg und wartete auf jede Nachricht so gepannt, wie ein Feldherr auf den Ausgang einer Schlacht.

Bereits 1723 erschien ein gewaltiger Kupferstich (145 x 115 cm) , der das neue, barocke Würzburg mit der fertiggestellten Residenz als sogenanntes Thesenblatt zeigte. Das Schloß befand sich zu diesem Zeitpunkt zwar noch in den Kinderschuhen, aber man wollte immerhin einen Gesamteindruck schaffen.

Ausschnitt aus dem Thesenblatt [Quelle]

Ebenfalls im Jahre 1723 wurde Balthasar Neumann nach Frankreich geschickt, um die Pläne der Residenz dem französischen Hofarchitekten vorzulegen. Ein weiterer Schönborn-Bruder, der Kardinal Damian Hugo, Fürstbischof zu Speyer und später auch zu Konstanz, ließ seine Beziehungen im Heiligen Kollegium spielen und vermittelte den Architekten an Kardinal de Rohan, der den Weg nach Paris ebnete. Von Boffrand nahm Neumann viele wertvolle Anregungen für die Ausstattung der Residenz mit. Es kam sogar zu einem Gegenbesuch: 1724 reiste der Franzose nach Franken, begutachtete die werdende Residenz in Würzburg, das Schönbornsche Familienschloß in Wiesentheid und Lothar Franzens Schmuckstück in Pommersfelden, wo ihn besonders und nachhaltig das Treppenhaus überzeugte: „Etwas so Großes und Herrliches kann man in ganz Frankreich nicht finden!“

Es lief also insgesamt alles nach Plan, bis am 18. August 1724 plötzlich Sand ins Getriebe kam: Fürstbischof Johann Philipp Franz erlag auf der Rückreise von einem Besuch beim Trierer Kurfürsten und Deutschordensmeister Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg auf dessen Schloß in Mergentheim einem Schlage.

Der wache und stets gut informierte Lothar Franz ahnte sofort, daß der Bau der Residenz nun ins Stocken geraten könnte. Sein Neffe hatte sich als Fürstbischof etwas zu selbstherrlich gegeben, war in der Bevölkerung nicht der Beliebteste und hatte sich schließlich auch mit dem Domkapitel überworfen. Er wird sich zweifellos während seiner Amtszeit den einen oder anderen Rüffel vom Oheim eingefangen haben, weil er dessen simple Grundregeln im Umgang mit den Leuten eher ignorierte: „… mit dem Domkapitel wohl zu stehen, alles nit so genau zu nehmen undt bisweilen 5 gerat sein zu lassen, jedermänniglich obligat zu begegnen und denen guets zu tun, die es meritieren, niemandt aber zu verfolgen, amen.“

Schuldig im Sinne des Gesamtkunstwerkes (vlnr):
Lothar Franz von Schönborn: Familenoberhaupt, Ideengeber, Protektor und manchmal Diktator seiner Neffen
Johann Philipp Franz von Schönborn: Unter ihm begann der Bau der Residenz
Friedrich Karl von Schönborn: Unter ihm wird der Bau fertiggestellt und die prachvolle Ausstattung begonnen

Die Aussichten auf einen weiteren Schönborn-Bischof in Würzburg waren somit gering, wenn auch mit Lothar Franz und Friedrich Karl die beiden hervorragendsten Köpfe des Hauses Mitglieder des dortigen Domkapitels waren.

Wie bzw. daß es mit dem Bau der Residenz nun dennoch weiterging, das erfährt der geneigte Leser im dritten Teil.

Schöner sparen (I), …

… oder: Eine kurze Entstehungsgeschichte der Würzburger Residenz.

Seit der Mitte des 13. Jahrhunderts war die über der Stadt thronende Festung Marienberg die Residenz der Würzburger Fürstbischöfe. Trotz vieler Erweiterungen, Umbauten und Modernisierungen erwies es sich spätestens im letzten Drittel des 17. Jahrhunderts, daß diese Anlage den Ansprüchen barocker Fürsten bezüglich sowohl der Lage als auch der Bequemlichkeit nicht mehr entsprach. So kam es, daß neu gewählte Bischöfe immer wieder einmal mit dem Gedanken einer neuen Residenz spielten und sich hin und wieder lieber in ihren städtischen Domherrenhöfen als auf der Festung aufhielten.

Die Festung Marienberg in Würzburg

Es entstand so mit der Zeit eine doppelte Hofhaltung, die zu viel Geld kostete. Es waren anfangs tatsächlich Gründe der Sparsamkeit, die zum Bau einer neuen Stadtresidenz führten (damals ahnte man natürlich noch nicht, daß das Gesamtprojekt letztlich den Schönborn-Bischöfen in die Hände fallen sollte, unter denen dann besonders Lothar Franz – selbst Domherr in Würzburg – die Gelegenheit gekommen sah, der Familie das endgültige Baudenkmal errichten zu lassen). Als das Domkapitel im Jahre 1699 Johann Philipp von Greiffenclau zu Vollraths zum Bischof wählte, wurde dem neuen Fürsten in der Wahlkapitulation aufgetragen, in der Stadt einen neuen Palast zu bauen.

[Interessanter Einschub: Greiffenclau gewann gegen den von Wien favorisierten Lothar Franz von Schönborn, welchem bei seiner Wahl zum Bamberger Fürstbischof im Jahre 1693 zur Auflage gemacht worden war keine neuen Bauunternehmungen zu starten. Hätte man den vom bauwurmb befallenen Schönborn auch zum Würzburger Bischof gewählt, hätte sich der Palast-Neubau ohnehin von selbst verstanden. Andererseits fürchtete man aber eine zu gewaltige Ämteranhäufung – Lothar Franz war auch noch Kurfürst und Erzbischof von Mainz und Erzkanzler – und einen zu machtvollen Schönborn-Block in diversen Kapiteln, denen bereits einige von Schönborns Neffen angehörten.]

Auf dem Rennweg wuchs unter Greiffenclau bis 1704 nach Plänen von Petrini das sogenannte „Schlößlein“ empor. In den ersten Jahren wurde der Bau fremden Besuchern stolz präsentiert. Bald jedoch legte sich der Schleier des Vergessens über den neuen Bischofssitz, wies er doch statische Mängel und Schäden im Mauerwerk auf. Greiffenclau bezog also nicht das neue bischöfliche Palais (welches 1720 schon wieder abgerissen werden mußte, ohne jemals als Residenz gedient zu haben), sondern stieg im „Roten Bau“ ab, dem zwischen 1708 und 1712 errichteten Familienpalais am Rennweg.

Da die Residenz-Frage vorübergehend offen blieb, regte der Fürstbischof andere Bautätigkeiten in Würzburg an und stieß die Türe für barocke Freuden und glanzvolles Leben schon so weit auf, daß die Schönborn-Bischöfe schließlich in vollem Galopp hindurchpreschen konnten: Zum Nachfolger Greiffenclaus wurde 1719 sein (und Lothar Franzens) Neffe Johann Philipp Franz von Schönborn gewählt. Der neue Fürstbischof war vorzüglich erzogen und gebildet, aufgrund diverser Botschaftsanstellungen weltgewandt, und von barocker Prunkfreude ebenso angesteckt wie von großzügigem Mäcenatensinn. Und da er nun mal ein Schönborn war, bewog ihn nicht nur seine Stellung als einer der ersten geistlichen Fürsten im Reich sondern auch sein Familiensinn, in Würzburg etwas Großes zu schaffen.

Warum es nicht beim Großen blieb, sondern der Bau trotz anfänglich nicht im Übermaß vorhandener Gelder ins Atemberaubende wachsen konnte, das erfährt der geneigte Leser im zweiten Teil.

Der Schutzpatron des Fluchens

Ihr erinnert Euch noch an Papst Benedikt XIV?! Gut.

Über den möchte ich heute noch ein wenig schreiben. Denn er hatte eine Eigenschaft, die einigen Leuten die Haare zu Berge stehen lassen wird, die ich aber eigentlich nicht unentzückend finde: Er konnte fluchen, daß der Putz bröckelte, und er tat dies nicht nur privat, sondern hin und wieder auch mal bei Audienzen.

Zum Aufwärmen ein paar Informationen zu Papst Benedikt XIV.: Er wurde als Prospero Lorenzo Lambertini 1675 in Bologna geboren. Er studierte in Rom, wurde Doktor beider Rechte und arbeitete ab 1701 an der Kurie. 1727 wurde er zum Erzbiscof von Ancona ernannt, ein Jahr später zum Kardinal erhoben und 1731 schließlich Erzbischof seiner Heimtstadt. Das Konklave im Jahre 1740 verließ er eher überraschend als Papst. Die Kardinäle hatten bereits sechs Monate lang Purpurschach gespielt, als irgendwer Lambertini als Kompromißkandidaten vorschlug. Dieser antwortete: „Wenn Ihr einen Heiligen wollt, wählt Gotti. Wenn Ihr einen Politiker wollt, wählt Aldovrandi. Wenn Ihr einen Einfaltspinsel wollt, wählt mich“. Lambertini nahm die Wahl dann auch an, unter anderem, weil er es einfach leid war, im Konklave rumzuhängen.

Benedikt XIV, Büste von Pietro Bracci

Er galt bereits während seiner Jahre in Bologna als sehr gebildet, vielseitig interessiert, leutselig, den Wissenschaften und Künsten zugeneigt und grundsätzlich eher geliebt als gefürchtet. Und so machte er als Papst dann auch weiter, wenn uns die Geschichtsschreibung nicht hinters Licht führt.

Aber nun zum würzigen Teil dieses Beitrages: Der Vorliebe Lambertinis für ganz und gar nicht hofkompatible Sprache. Daß Benedikt XIV diese Vorliebe hatte, das habe ich schon vor vielen Jahren irgendwo gelesen. Ich fand nur nirgends irgendwelche überlieferten Beispiele. Ich konnte nun endlich einen italienischen Artikel aufspüren, der mit ein paar hübschen Anekdoten aufwartet.

[Zarte Gemüter schließen hier den Browser]

Eines nachts gegen 23:00 Uhr erschien ein höchst konsternierter Monsignore vor der Schlafzimmertüre des Papstes und ließ sich von den Dienern nicht abwimmeln. Es handele sich immerhin um eine Angelegenheit, die das Schicksal der ganzen Kirche betrifft! Also weckte man den Heiligen Vater. Der rieb sich erst einmal den Schlaf aus den Augen, musterte den aufgeregten Monsignore, lauschte eine Weile dessen Gestammel und forderte ihn schließlich auf, endlich zur Sache zu kommen.

„Euer Heiligkeit! In diesem und jenem Kloster wurde eine schwangere Nonne entdeckt!“

„Scheiße! Wenn man Dich zittern sieht, könnte man meinen, es sei ein Mönch, der schwanger geworden ist! Und dafür weckst Du mich auf? Können wir bitte morgen darüber sprechen? Auch wenn ich der Papst bin, so vermag ich dennoch nicht, den Zustand einer schwangeren Frau zu ändern. Schwirr ab!“


Ende des 17. Jahrhunderts, als Lambertini noch Anwalt war, war er Teil einer Untersuchungskommission, die herausfinden sollte, was es mit dem Wunder auf sich hatte, das aus einem Kloster in Rom berichtet wurde: Eine bereits im Ruf der Heiligkeit stehende Nonne hatte ihr Fasten so perfektioniert, daß sie überhaupt nicht mehr aß und dennoch bei bester Gesundheit war. Schon vor dem Beginn der Befragung wurde Lambertini nahegelegt, nicht zu sprechen, da man seinen Hang zu Witzen und derben Ausdrücken kannte. Irgendwann hielt er es dann aber nicht mehr aus und bat, nur eine einzige Frage stellen zu dürfen. Man gestattete es.

„Wie ist Euer Stuhlgang, Ehrwürden?“

„Bestens!“

„Verarsch mich nicht! Wo nichts reingeht, kommt auch nichts raus!“

Und tatsächlich erwies sich die ganze Geschichte bald als eine Theateraufführung der Schwestern, die Ruhm und somit Geld für das Kloster klarmachen wollten.


Nach seiner Wahl zum Papst legte man Benedikt XIV nahe, vielleicht ein wenig auf seine Ausdrucksweise zu achten. Diese war immer noch äußerst farbenfroh. Vor allem das „Scheiße!/Fuck!“ konnte (oder wollte) er sich einfach nicht abgewöhnen. So instruierte er seinen treuen Kammerdiener Boccapaduli, ihm am Rock zu zupfen, wenn ihm ein übler Ausdruck rausrutschte. Eines frühen Morgens eilten Diener in das Gemacht des Papstes und berichteten von einem Feuer, welches im Monti-Viertel ausgebrochen war.

„Scheiße! Gibt’s Tote?“

**zupf**

Die Diener berichteten, daß es ernst sei und sparten nicht mit Details der dramatischen Ereignisse.

„Scheiße! Waaaaaaaas? Fuck! Oh nein! Schaaaaaaaiße! Echt? Kacke! FU-HUCK!“

**zupf… zupfzupfzupf… zippeti-zupf… reiß… fledder… zerr… zupfzupfzupfzupf…**

„Scheiße, Boccapaduli! Du klemmst mir die Eier ab! FUCK! FUCK! FUCK! Ich möchte dieses Wort heilig sprechen! Vollkommener Ablaß für alle, die es täglich wenigstens zehn Mal sagen!“

Seit diesem Tag wurde an der Soutane des Papstes nicht mehr gezupft.


Hier ein hübsches Gemälde von Panini: Papst Benedikt XIV empfängt Carlos III von Spanien, damals noch von Neapel und Sizilien, im Kaffehaus des Quirinal-Palastes.

Dieses Bild bringt mich vor allem deswegen zum Schmunzeln, weil ich mir vorstelle, was die anwesenden Kardinäle und Prälaten so denken mögen: ‚Hoffentlich gibt niemand dem Heiligen Vater Anlaß zur Aufregung! Bitte! Keine Schimpfwörter, keine Gefluche! Gibt es nicht irgendwo eine Version des Zeremoniells, die ohne Reden auskommt?

Okay, so viel zu einem meiner definitiven Lieblingspäpste.

Salonlöwenmamas

Die Salonnière war im Paris des 18. Jahrhunderts eine der wichtigsten Rollen überhaupt. Diese Damen, die in ihren Hôtels und auf ihren Châteaus das Zusammentreffen von Philosophen, Schriftstellern, Aufklärern, Schöngeistern, Enzyklopädisten etc organisierten, moderierten und überwachten, haben sich zum Teil einen Ruf erworben, der heute noch nachklingt. Neben der mindestens so berüchtigten wie berühmten Claudine Alexandrine Guérin, Marquise de Tencin (welche die Köpfe der Männer so weit verdrehen konnte, daß einer ihrer Liebhaber sich in ihrem Haus erschoß), der naturwissenschaftlich versierten Émilie du Châtelet (die es fertigbrachte, daß an ihrem Totenbett ein polnischer Ex-König, zwei ihrer Liebhaber und ihr Ehemann gemeinsam Tränen vergossen), der schönen und geistreichen Louise Marie Dupin (die fast das gesamte 18. Jahrhundert durchlebte und 1799 im Alter von 93 Jahren auf ihrem Schloß Chenonceaux verstarb) fällt besonders häufig der Name Marie Thérèse Rodet Geoffrin.

Madame Geoffrin gilt als eine der führenden Damen der Französischen Aufklärung, und ihr Salon war spätestens, nachdem sie im Jahre 1749 die Gäste der verstorbenen Madame Tencin „geerbt“ hatte, der angesagteste Ort, an dem sich auch tatsächlich alles und jeder traf: D’Alembert, Rousseau, Fontenelle, Diderot, Montesquieu, Choiseul, Gresset, Crébillon, um mal nur die Namen zu nennen, die auch heute noch den meisten Lesern bekannt sein dürften.

Und – na klar – unser Abbé de Bernis trieb sich ebenfalls in diversen französischen Salons herum, nachdem er das Seminar verlassen hatte. Dazu mehr in einem anderen Artikel. Was es heute schon gibt, das ist das Gemälde einer (fiktiven) Zusammenkunft im Salon der Madame Geoffrin: Der Schauspieler Lekain liest Voltaire, und die versammelten Lumières lauschen. Voltaire selbst ist als Büste anwesend. Aber auch unser Abbé ist mit von der Partie. Und den dürft Ihr jetzt mal suchen:

Wenn Ihr ihn nicht finden könnt, keine Bange: Die Auflösung gibt’s in den nächsten Tagen.

Wenn der Kardinal plötzlich zum Papst wird

Im Jahre 1739 gab der damalige Erzbischof von Bologna, Prospero Kardinal Lambertini, beim Maler Giuseppe Maria Crespi ein lebensgroßes Portrait in Auftrag. Die Arbeit an diesem Werk war bereits gut fortgeschritten, als der Kardinal im Februar 1740, nach dem Tode Papst Klemens XII, zum Konklave nach Rom abberufen wurde.

Lambertini: „Wir machen dann später weiter…“
Crespi: „Okay…“

Es tritt auf: Das Schicksal in Form von 55 Kardinälen und einem Heiligen Geist. Lambertini verläßt nach über einem halben Jahr überrascht und überraschend das Konklave als Papst Benedikt XIV, und Crespi sitzt in Bologna mit einem so gut wie fertigen Kardinalsportrait. Guter Rat war aber nur für kurze Zeit teuer, entschloß Benedikt XIV sich doch, die päpstlichen Gewänder und Insignien in das Portrait einfügen zu lassen. Vom Kardinalsportrait existiert eine vorbereitende Studie, die Crespi dem Kardinal als Entwurf vorlegte und die dieser genehmigte. Somit ist es möglich, die beiden Werke zu vergleichen.

Neben der veränderten Kleidung fällt die Übereinstimmung in kleinen Details auf, wie z.B. den beiden Tintengefäßen auf dem Tisch oder dem in der oberen Regalreihe zwischen den Büchern steckenden, versiegelten Umschlag. Auch sieht man auf dem Portrait des Papstes die weiß übermalten Kardinalsgewänder wieder rot durchscheinen, was wohl der Alterung der weißen Pigmente zuzuschreiben ist (vermute ich mal; befreundete Künstler mögen mich hier verbessern oder ergänzen).

Benedikt XIV ging übrigens als einer der eher umjubelten Päpste in die Geschichte ein. Er war ausgesprochen gelehrt, erfreute sich sogar außerhalb der katholischen Welt einer gewissen Beliebtheit, betrieb keinen Nepotismus, galt als uneitel, volksnah und unbestechlich. Verewigt wurde er als Papst in diversen Portraits, unter anderem in diesem atemberaubend intensiven Frontalangriff des Franzosen Pierre Subleyras aus dem Jahre 1746:

Der Nachwelt erhalten blieb er aber auch als Kardinal in Alfredo Testonis Theaterstück „Il Cardinale Lambertini“ aus dem Jahre 1905, verfilmt 1934 und 1954 mit Ermete Zacconi bzw. Gino Cervi in der Titelrolle.

Über Benedikt XIV gibt es noch die eine oder andere Anekdote zu berichten. Es kann also sein, daß er hier auf dem Blog noch einmal auftaucht.

Drei Soutanen

Zwischen 1848 und 1871 starben von vier Pariser Erzbischöfen drei eines gewaltsamen Todes. Denis Auguste Affre (*1793) war Theologieprofessor am Seminar Saint-Sulpice in Paris und Generalvikar in Luçon und Amiens, bevor er 1840 Zum Erzbischof von Paris ernannt wurde. Während des Juniaufstandes im Jahre 1848 erklomm Affre am 25. dieses Monats mit einem grünen Zweig in der Hand die Barrikaden, um zwischen den aufständischen Arbeitern und den von Louis-Eugène Cavaignc befehligten Einheiten der Nationalgarde zu vermitteln. Er hatte nur wenige Worte gesprochen, als sich irgendwo ein Schuß löste, irgendwer „Verrat!“ rief und die Aufständischen auf die Soldaten feuerten. Der Erzbischof sank getroffen zu Boden. Manche sprechen von einem Querschläger, andere behaupten, er wurde von gezielt von Regierungskräften niedergestreckt, weil er die Februarrevolution unterstützt hatte. Affre wurden in das erzbischöfliche Palais gebracht, wo er zwei Tage später verstarb.

vlnr: Die Pariser Erzbischöfe Affre, Sibour, Darboy

Sein Nachfolger im Amt wurde Marie-Dominique-Auguste Sibour (*1792). Er war Bischof von Digne, bevor er 1848 nach Paris berufen wurde. Er schrieb in einem Brief an Papst Pius IX, daß er die Verkündigung des Dogmas von der Unbefleckten Empängnis für „inopportun“ halte. Er veröffentlichte das Dogma nach der Promulgation jedoch feierlich in seiner Diözese. In Paris lebte zu dieser Zeit ein Priester namens Jean-Louis Verger, der sich bereits einen Namen als Querulant gemacht hatte. Er war ein entschiedener Gegner des Dogmas und machte gegen dieses in diversen Pamphleten ebenso Stimmung wie gegen den priesterlichen Zölibat. Der Erzbischof verbot ihm weitere Veröfffentlichungen und bezahle dies mit dem Leben: Am 3. Januar 1857 wurde Sibour in der Kirche St. Etienne du Mont nach einer Messe von Verger mit einem Messerstich ins Herz getötet.

Auf Sibour folgte mit François-Nicholas-Madeleine Morlot (1795-1862) der einzige zischen 1840 und 1871 regierende Pariser Erzbischof, der eines natürlichen Todes starb.

Im Januar 1863 wurde Georges Darboy von Nancy nach Paris berufen. Unmittelbar nach seiner Rückkehr vom Ersten Vatikanischen Konzil brach der Krieg mit Preußen aus. Darboy blieb nicht nur während des Krieges auf seinem Posten, sondern er weigerte sich auch, die Flucht zu ergreifen, nachdem die Kommune in Paris triumphiert hatte. Im April 1871 wurde er zusammen mit anderen Priestern von den Communarden verhaftet. Man wollte die geistlichen Gefangenen gegen den von der Versailler Regierung gehaltenen Louis Auguste Blanqui austauschen. Als die Versailler Armee jedoch vorrückte, wurde Darboy am 24 Mai 1871 zusammen mit anderen prominenten Geiseln hingerichtet. Der Erzbischof starb, so wird es überliefert, mit Worte der Vergebung auf den Lippen.

Erstaunlich ist, daß die Soutanen der drei Erzbischöfe erhalten und der Nachwelt auf einem Photo überliefert sind:

vlnr: Die Soutanen der Erzbischöfe Sibour, Darboy und Affre

Schaurig…