Hoffnung

Mitten unter den Gläubigen und den Heiligen vieler Jahrhunderte stehe ich knöcheltief in einer Geschichte, einer Tradition, aus der ich mit meinen Füßen wie mit Wurzeln Kraft zu ziehen scheine und die Gewißheit, nie alleine gewesen zu sein und nie alleine sein zu werden, auch wenn der Schrei des Flehens jetzt noch in eine gestaltenleere Zukunft schallt, die keine Gewißheit schenkt, an der ich mich nicht festhalten kann.

Halt gibt es jenseits der Zukunft, in der Ewigkeit, wo ein Gott, der in die Geschichte eintrat, der Mensch wurde, der mit uns litt, seine Hände aufhält, die so groß sind und so stark und so bereit, den Sünder aufzufangen, wenn er nicht stolz fällt und dennoch mit der schlecht verborgenen Angst des Knechts vor dem blind dreinschlagenden Herrn, sondern bußfertig und gleichzeitig erfüllt von der hoffnungsvollen Furcht des Sohnes vor dem liebenden Vater.