Ganze Arbeit, halber Abschied

Wenn ich einen Blick auf meine Hobbies werfe, dann fällt mir auf, daß „multum, non multa“ nie mein Motto war. Eher schon bin ich ein Geselle in vielen Gewerben, wenn auch in keinem ein Meister. Hier ein wenig Photographie, dort ein paar Zeilen Lyrik, hier eine Handvoll humoriger Comic-Strips, dort ein paar eigene Klänge. Angefeuert das alles durch einen etwas weniger breit gestreuten Mix aus Interessen und Leidenschaften: Geschichte (besonders die Europas), Sprache (bis hin zu der des Körpers), Kunst (nicht nur, aber besonders Barock und Rokoko), Musik (Kind der 80er), Religion (natürlich vor allem die Katholische).

Man sagt mir nach, daß ich – wenn ich will – extrem schnell lerne. Ich sage mir nach, daß ich zwar oft will, aber nie ausdauernd und nie zielgerichtet genug. Hätte ich mich auf eine meiner Spielwiesen konzentriert, so wäre ich heute möglicherweise nicht nur Pfarrer in Floridsdorf sondern auch Komponist für kleine Indie-Filme, veröffentlichter Autor oder auch ein Photograph, dessen Bilder es bis in Galerien schaffen.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich trauere hier keinen Nebenverdiensten oder Lorbeeren nach. Ich habe mich in meinen kleinen Nischen eingerichtet, und all die diversen Aktivitäten bringen mir immer wieder viel Freude, und sei es nur die, daß ich selbst mit einem meiner Werke uneingeschränkt zufrieden bin.

Den Boden bereiten will ich eigentlich für diese Information: Ich werde vorerst und für lange Zeit keine weiteren Kapitel der De-Bernis-Biographie veröffentlichen. Ich habe – gefühlt zum ersten Mal in meinem Leben – ein Hobby-Projekt begonnen, das ich nicht halbärschig angehen will, sondern welches ich auf professionellst-mögliche Weise zu Ende bringen möchte. Um dieses Ziel zu erreichen, muß ich vorarbeiten. Das bedeutet konkret, daß ich mich zuerst einmal mit der französischen Sprache zumindest so weit vertraut machen muß, daß ich Texte möglichst exakt ins Deutsche übersetzen kann und nicht nur von dem lebe, was ich zur Hälfte wörtlich und zur Hälfte sinngemäß verstehe. Spätestens nach dem Sommerurlaub werde ich also mit Sprachunterricht beginnen. Dann möchte ich mein Wissen über die fragliche Zeit vertiefen, werde also nicht nur die bereits existierenden Biografien des Kardinals sondern auch das eine oder andere Geschichtsbuch erneut oder zum ersten Mal durchackern müssen.

Wenn da draußen jetzt die De-Bernis-Junkies aufjammern, weil der Stoff erst einmal ausbleibt, so gibt es diesen Trost: Wenn ich im Laufe der Arbeit über eine Anekdote stolpere, die aus irgendeinem Grund massiv mitteilenswert ist, dann werde ich die hier auch preisgeben.

Bedeutet das nun, daß dieses Blog nach nur drei Monaten bereits wieder eingestellt wird? Nö. Es wird wie bisher weitergehen, leider nur ohne unseren Abbé. Aber WENN der dann wiederkommt (und ich hoffe wirklich, daß ich es so weit schaffe), dann wahrscheinlich im Rahmen der ersten, halbamtlichen, deutschsprachigen Biografie des Kardinal de Bernis.

Also dann…

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