Herkunft (und Selbstverteidigung)

Bevor wir uns eingehend mit dem Kardinal de Bernis beschäftigen, stelle ich Euch den Ort seiner Kindheit vor, das Städtchen Saint-Marcel d’Ardeche, an dessen Rand das Château de Bernis steht, errichtet zwischen dem Ende des 17. und dem Anfang des 18. Jahrhunderts über einem älteren Bau.

Château de Bernis

Über die Kindheit des Kardinals und das ein oder andere Abenteuer, welches er im Schloß erlebte, gibt es später mehr. Ich bringe den Bau jetzt schon ins Spiel, weil sich mit ihm eine – wie ich finde – gar köstliche Anekdote verbindet:

Vor 22 Jahren, also in dem Jahr, in welchem die Biographie veröffentlicht wurde, aus der ich momentan übersetze, wurde das Schloß bewohnt von einer Um-drei-Dutzend-Ecken-Verwandten des Kardinals und ihrem Sohn. Von der Dame wird geschrieben, daß sie jeden Wandel der Zeiten ungefähr ebenso tapfer hinnahm wie das Schloß selbst über die Jahrhunderte hinweg Revolutionen, Verwüstungen und Eindringlinge überstand. Gleichgültig gegenüber diesen Phänomenen gab sie sich allerdings nicht. Im Gegenteil: Zur Abwehr gelegentlicher Diebe, die versuchten, an die überlebenden Stücke glänzenderer Zeiten zu kommen, legte sie sich eine Kalaschnikow zu, von welcher sie sich erst trennte, als die ersten Enkel geboren wurden. Sie schien aber auch danach noch durchaus dazu fähig, unerwünschte Gäste fernzuhalten, was die lokale Gendarmerie auf ihre Weise würdigte, indem sie der Dame einen passenden Spitznamen verpaßte: „Ma Dalton“!

Gefällt mir.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s